Formate
Wie kann also diese Community ihre Ziele erfüllen und den Wünschen ihrer Mitglieder entsprechen? Neben den inhaltlichen Bedürfnissen der Menschen gilt es noch etwas bei der Gestaltung von Formaten zu beachten. In Communities gibt es variierende Stufen der Beteiligung der Mitglieder.
Während einige sehr aktiv sind und zu festen Kern gehören, kommen andere nur selten zu Zusammenkünften, lesen aber Beiträge, die sie besonders interessieren oder haben die passenden Kontakte parat. Kurzum: Erfolgreiche Communities bieten ihren Mitgliedern unterschiedliche Möglichkeiten, an ihr teilzunehmen und sich einzubringen.
Auch die Werte der Community stellen Anforderungen an die Gestaltung der Erlebnisse. Die Community für Innovation und Digitalisierung in der AWO plant zum Beispiel ein Barcamp. Das passt zu ihren Werten der Offenheit, der Neugierde und der Aufgeschlossenheit, denn die Themen auf einem Barcamp werden nicht zuvor beschlossen, sondern ergeben sich spontan durch die Menschen, die daran teilnehmen. Barcamps sind so niedrigschwellig zugänglich, dass auch sonst inaktive Mitglieder und Nicht-Mitglieder daran teilnehmen können.
Die unterschiedlichen Beteiligungsstufen haben Wenger-Trayner in ihrer Arbeit zu Communities of Practice beschrieben.
Weitere Formate, die zu dieser Community passen können.

Sprint Teams

Drei bis fünf Mitglieder widmen sich einem konkreten Projekt, dass sie in max. drei Monaten umsetzen. Sie treffen sich wöchentlich für 30 Minuten, um den Fortschritt ihres vereinbarten Sprint-Ziels zu besprechen und zu planen. Das Ziel sollte nicht zu ehrgeizig gewählt werden und lieber kompakt und einfach umzusetzen sein. Ein wöchentlicher Rhythmus eignet sich besonders gut, denn ist ein Mitglied des Teams mal verhindert, dauert es nur eine Woche, bis man sich wiedersieht. Das hält das Team zusammen und erzeugt positiven sozialen Druck, um am Ball zu bleiben. Die Treffen sind fest strukturiert.

Retrospektiven

In regelmäßigen Abständen reflektieren die Community-Mitglieder gemeinsam über ihren beruflichen Alltag und die Arbeitsmethoden und -praktiken, die sie mit Hilfe der Community kultivieren wollen. “Was habe ich so gut gemacht, dass ich darüber reden muss, um es nicht zu vergessen? Was habe ich gelernt? Was muss ich künftig anders machen? Was habe ich noch nicht verstanden?”
Zehn Retrospektive Formen mit Beispielen und Ideen
Agile Scrum Group

Working-Out-Loud Kreise

Ein selbstorganisierter Lernkreis, in dem sich die Community-Mitglieder einem individuellen Lernziel widmen und dieses mit Hilfe der gemeinsamen Unterstützung der Gruppe umsetzen. Normalerweise bestehen die Kreise aus drei bis fünf Teilnehmenden und dauern ca. zwölf Wochen. Eine ausführliche Beschreibung, Materialien und eine Anleitung findet man hier:
Baue Beziehungen auf, die von Bedeutung sind — Working Out Loud
Working Out Loud

Peer-to-Peer E-Mail-Kurse

Dabei handelt es sich um eine Serie von drei bis fünf E-Mails, in denen ein Mitglied konkrete, alltagstaugliche Tipps zum Umgang mit Innovationsmethoden sendet. Es sind kurze, praktische Häppchen, die direkt angewendet werden können. Eine Vorlage hilft dabei, diese kurzen E-Mails zu erstellen. Der Absender reflektiert dabei die Methoden und die Empfänger lernen etwas Neues. Außerdem kann der Kreis der Kursteilnehmenden durch eine einfache Weiterleitung der E-Mail schnell und unbegrenzt erweitert werden.
re:Work - Whisper courses: on-the-job microlearning with email

Fehlergeschichten

Ein Veranstaltungsformat, bei dem die Teilnehmenden Geschichten über vergangene Fehler und gescheiterte Projekte — und was sie daraus gelernt haben — mit den anderen Mitgliedern teilen. Das fördert die Fehlerkultur, also den bewussten Umgang mit Fehlern, und stärkt das Vertrauen untereinander, denn wir alle machen Fehler, es ist nur entscheidend, wie wir damit umgehen.
Aus Fehlern lernt man: Fuckup Nights machen das Scheitern salonfähig
arbeits-abc.de
  • Change Agents (siehe Digital Agents)
  • Skillsharing Veranstaltungen
  • Lerngeschichten
  • Peer-Coaching
  • Buchclub