Better Practices

Ziele klar formulieren und darstellen

Ein eindeutiger Sinn sowie eine geteilte Zielvorstellung sind die Grundvoraussetzung für ein stabiles Netzwerk oder eine Community: Wofür gibt es uns und welchen Nutzen schaffen wir für uns und andere? Wie gestalten wir das Miteinander? Was machen wir? Wann sind wir erfolgreich? Diese Fragen sollten immer wieder mit den beteiligten Mitgliedern diskutiert und reflektiert werden. Dabei ist es wichtig deutlich zu machen, was die gemeinsame Zielsetzung konkret bedeutet, sie festzuhalten und sie sich immer wieder vor Augen zu halten, z. B. indem man die Ziele gut sichtbar auf Veranstaltungen präsentiert gleich zu Beginn auf sie aufmerksam macht.

Verzahnung der Betriebssysteme

Die beiden Betriebssysteme müssen miteinander sprechen, sonst können sie nicht voneinander profitieren. Erfolgreiche Communities und Netzwerke machen ihre Arbeit nach außen sichtbar — das kann durch Projekte, Prototypen oder durch Erfolgsgeschichten des Lernens geschehen.
Nach außen bedeutet hier erst einmal in Richtung Organisation, z. B. auf internen Blogs, Intranets oder Wikis, aber auch über Institutionsgrenzen hinaus: auf Social Media, Kongressen sowie zu anderen Netzwerken und Communities.

Verlässliche Organisationsrollen

Eine feste Gruppe von Mitgliedern, die sich um die organisatorischen Aufgaben kümmert, ist unerlässlich. Dieses Team hält das Engagement am Laufen, macht das Netzwerk oder die Community nach außen sichtbar und stellt sicher, dass alle sich wohlfühlen. Das Team sollte aber nicht in eine Dienstleisterrolle schlüpfen und den Mitgliedern das Gefühl von Eigenverantwortlichkeit abnehmen.
Wichtig ist auch, nicht zu überstruktieren: Mitglieder wollen sich selbst positionieren und nicht in enge Rollen gesteckt werden. Genau deswegen sind sie freiwillig in das Netzwerk oder in die Community gekommen.

Unterstützung von „Oben“

Die Anerkennung des Engagements der Mitglieder durch eine höhere Instanz schlägt große, positive Wellen für das Selbstverständnis der Mitglieder und deren Motivation, sich einzubringen. Die Bereitstellung von finanziellen Ressourcen für Räumlichkeiten oder technologische Infrastruktur trägt maßgeblich zum Engagement bei und räumt logistische Hürden aus dem Weg. Aber: Finanzielle Zuwendungen sollten nicht zum Selbstzweck und die Akquirierung neuer Fördermöglichkeiten nicht zur Hauptaufgabe werden.

Mit diversen Formaten Austausch anregen

Das unterschiedliche Menschen in Netzwerken und Communities zusammenkommen, ist eines ihrer herausragenden Merkmale. Dazu braucht es auch diverse Formate, die sich an den unterschiedlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten der Mitglieder in Bezug auf ihr Engagement und ihre Ziele orientieren. Das heißt zum Beispiel, dass nicht alle Mitglieder an jeder Gesprächsrunde teilnehmen können und wollen. Manche lesen lieber etwas nach oder wühlen sich durch die Beiträge. Es gilt dabei, nicht zu viel vor- und hinein zu geben, sondern vor allem das Miteinander, also die Gespräche und den Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern, zu fördern, sodass sie daraus Erkenntnisse gewinnen, die sie wiederum in die Gemeinschaft einbringen können.

Fazit

Netzwerke und Communities leben von ihren Mitgliedern. Es gibt einige Schrauben, die man verstellen kann, aber am Ende sind es Beziehungen, die Netzwerke und Communities erfolgreich und aktiv werden lassen.
Nicht zu viel analysieren, lieber ausprobieren lassen, Rückmeldung von den Mitgliedern aktiv einholen und gewünschte Anpassungen gemeinsam vornehmen.
Auf das Miteinander fokussieren und nicht die Technologie in den Vordergrund rücken. Wo sich Menschen zusammentun wollen, da kommen sie auch zusammen; ob sie eine tolle Community Plattform haben oder sich per E-Mail organisieren — was aber wichtig ist: Warum kommen wir zusammen?